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Künst­liche Befruch­tung (IVF)

Hormonelle Stimulation, Eizellentnahme, Befruchtung in unserem Labor und Embryotransfer, bei jedem Schritt sorgfältig begleitet.

4 Min. Lesezeit

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  1. Stimulation der Eierstöcke
  2. Ultraschallkontrolle des Follikelwachstums
  3. Eizellentnahme
  4. Befruchtung im Labor
  5. Entwicklung der Embryonen

So läuft eine IVF ab

Ein IVF-Zyklus, von der ersten Spritze bis zum Schwangerschaftstest.

  1. Tag 1–12

    Hormo­nelle Stimu­la­tion

    Medikamente lassen mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen. Wir begleiten Sie mit Ultraschall und Blutuntersuchungen.

  2. −36 Stunden

    Auslö­se­spritze

    Die hCG-Spritze schließt die Reifung der Eizellen ab. Wir sagen Ihnen genau, wann die Spritze gesetzt wird.

  3. Tag der Eizellentnahme

    Eizell­ent­nahme

    In kurzer Narkose, höchstens 10 Minuten. Bitte kommen Sie nüchtern (etwa 7 Stunden vorher nichts essen).

  4. +16 Stunden

    Befruch­tung

    In unserem Labor, klassisch oder mit ICSI. Nach 16 Stunden prüfen wir, welche Eizellen befruchtet wurden.

  5. +2–5 Tage

    Embryo­transfer

    Schmerzfrei, mit einem dünnen Katheter. Überzählige Embryonen können für später eingefroren werden.

  6. Danach

    Schwan­ger­schafts­test

    Bis zum Tag des Schwangerschaftstests unterstützen Sie die Einnistung mit Progesteron.

Glasschale mit Tropfen Kulturmedium

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) erhält die Frau nach einigen Laboruntersuchungen zunächst eine Hormonbehandlung, deren Hauptziel es ist, mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen zu lassen.

Anschließend werden die Eizellen mithilfe eines modernen Ultraschallgeräts aus den Eierstöcken entnommen und im Labor mit dem bereits aufbereiteten und untersuchten Sperma des Partners befruchtet. Zum Schluss folgt der Embryotransfer, sobald sich die Embryonen bis zum 4-Zell-Stadium oder bis zum Blastozystenstadium entwickelt haben.

Die einzelnen Phasen der IVF werden im Folgenden kurz beschrieben.

Stimu­la­tion der Eier­stöcke

Im natürlichen Zyklus hängen die Reifung des Follikels und der Eisprung von Hormonen ab, die im Gehirn gebildet werden. Das Hormon GnRH wird vom Hypothalamus stoßweise ausgeschüttet und regt die Freisetzung von FSH und LH an, die die Follikel in den Eierstöcken reifen lassen. Obwohl zu Beginn jedes Zyklus mehrere Follikel heranwachsen, kommt in der Regel nur eine Eizelle zum Eisprung. Damit mehrere Follikel in einem Zyklus reifen, muss der natürliche Regelmechanismus unterdrückt werden. Dies geschieht in 3 Schritten:

1. Unter­drü­ckung der natür­li­chen Steuerung der Eier­stöcke

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

a. GnRH-Agonisten

Dieses Medikament wirkt wie das körpereigene GnRH. Es kann als Nasenspray oder als tägliche oder monatliche Spritze gegeben werden. Zunächst bewirkt es einen kurzen Anstieg („Flare-up“) von FSH und LH und unterdrückt diese anschließend. Deshalb werden GnRH-Agonisten etwa 7–14 Tage vor Beginn des Zyklus gegeben.

b. GnRH-Antagonisten

Sie lösen keinen Flare-up aus, können das LH aber innerhalb von 8 Stunden unterdrücken und werden ab den ersten Zyklustagen gegeben.

Es gibt also zwei Stimulationsprotokolle: a. das Agonistenprotokoll und b. das Antagonistenprotokoll. Durch die Unterdrückung der Hirnanhangdrüse entsteht ein unabhängiger, medikamentös gesteuerter Zyklus, in dem die Eierstöcke Eizellen zur Reife bringen, die sonst verloren gegangen wären (multiple Follikelreifung).

2. Kontrol­lierte Stimu­la­tion des Folli­kel­wachs­tums

Für die multiple Follikelreifung werden verschiedene Medikamente eingesetzt, zum Beispiel HMG (humanes Menopausengonadotropin), FSH und LH.

3. Abschlie­ßende Reifung der Eizellen

Humanes Choriongonadotropin (hCG) ist ein Hormon mit ähnlicher Wirkung wie LH. Es wird 36 Stunden vor dem geplanten Eisprung als Spritze gegeben, unterstützt die Reifung der Eizellen im Follikel, und anschließend folgt die Eizellentnahme.

Ultra­schall­kon­trolle des Folli­kel­wachs­tums

Mit regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen und Blutabnahmen zur Bestimmung des Östradiols können wir Anzahl und Wachstum der Follikel kontrollieren (jeder Follikel sollte eine Eizelle enthalten). Die Eizellen müssen entnommen werden, wenn sie im Eierstock gereift sind.

Die erste Ultraschalluntersuchung erfolgt vor Beginn der Behandlung. Bei der zweiten, etwa 6 bis 8 Tage nach Beginn der Medikamente für das Follikelwachstum, werden Anzahl und Größe der Follikel gemessen und am selben Tag die Hormonwerte im Blut bestimmt. Ein Follikel mit 18–20 mm Durchmesser gilt als reif genug, um seine Reifung medikamentös abzuschließen. Da Follikel etwa 2 mm pro Tag wachsen, lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs 3 bis 4 Tage im Voraus abschätzen. Der Eisprung erfolgt etwa 40 Stunden nach dem LH-Anstieg im Blut. Sie erhalten genaue Anweisungen, wann Sie die hCG-Spritze setzen sollen, und 36 Stunden später findet die Eizellentnahme statt.

Eizell­ent­nahme

Die Eizellen werden unter Ultraschallsicht mit einer vaginalen Sonde entnommen. Unsere Embryologen suchen die Eizellen anschließend unter dem Stereomikroskop in der Follikelflüssigkeit.

Die Eizellentnahme kann ambulant erfolgen. Sie kommen nüchtern in die Klinik (etwa 7 Stunden ohne Essen). Der Eingriff erfolgt meist in einer kurzen Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung und dauert höchstens 10 Minuten.

Befruch­tung im Labor

In dieser Phase werden die Eizellen vorbereitet, das Sperma aufbereitet, und es finden die Befruchtung und die Entwicklung der Embryonen statt.

Jede Eizelle wird im Labor unter dem Mikroskop untersucht, und die reifen Eizellen werden für die Befruchtung ausgewählt. Am Tag der Eizellentnahme wird das Sperma des Partners in unserem andrologischen Labor aufbereitet, um die geeignetsten Spermien auszuwählen. Auch eingefrorene Spermien können verwendet werden. Die Befruchtung erfolgt dann in einer Schale mit etwa 50.000 gut beweglichen Spermien. Diese heften sich an die äußere Hülle der Eizelle, aber nur ein Spermium durchdringt die Zellmembran und befruchtet die Eizelle. Gut zu wissen: Ein Embryo entwickelt sich genau gleich, ob die Empfängnis natürlich oder mit Unterstützung erfolgt.

Entwick­lung der Embryonen

Bei der IVF wachsen die Embryonen im Labor unter kontrollierter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Konzentration heran.

Nicht alle Embryonen entwickeln sich vom Vorkernstadium bis zum Blastozystenstadium. Ab dem 4- bis 8-Zell-Stadium bestimmt der eigene genetische Code des Embryos seine weitere Entwicklung; in unserem Labor erreichen etwa 60 % der bis Tag 5 kultivierten Embryonen das Blastozystenstadium.

Der Embryotransfer erfolgt zwei bis fünf Tage nach der Eizellentnahme. Findet er nach 5 Tagen statt, spricht man vom Blastozystentransfer. Bisher ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt, ob der Tag des Transfers die Einnistungsrate beeinflusst.

Für den Transfer liegen Sie auf dem gynäkologischen Stuhl. Die Embryonen werden in einen dünnen Katheter aufgezogen, der durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt wird. Der Eingriff ist völlig schmerzfrei; danach empfehlen wir, etwa eine halbe bis eine Stunde liegen zu bleiben. Nach dem Transfer nehmen Sie bis zum Tag des Schwangerschaftstests unterstützend Progesteron.

Vor dem Embryotransfer besprechen wir mit Ihnen, wie viele Embryonen entstanden sind und wie ihre Qualität ist. Wie viele Embryonen übertragen werden, legen wir gemeinsam mit Ihnen fest. Gibt es mehr Embryonen als gewünscht, können sie eingefroren und für später aufbewahrt werden.

Für weitere Informationen zu Ablauf, Kosten, Risiken und Erfolgsraten nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns, Sie kennenzulernen.

Medizinische Inhalte vom Team der Fertility Clinic

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