ICSI
Ein ausgewähltes Spermium wird direkt in jede reife Eizelle injiziert. Besonders hilfreich, wenn die Ursache beim Mann liegt.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
Die intrazytoplasmatische Spermieninjektion wurde entwickelt, um Barrieren zu überwinden, die Spermien den Weg ins Innere der Eizelle versperren können. Sie wird bei Paaren mit einem ausgeprägten männlichen Faktor eingesetzt, zum Beispiel bei einer geringen Spermienzahl mit eingeschränkter Beweglichkeit (Oligoasthenozoospermie).
Bei der ICSI werden nach einer speziellen Aufbereitung die besten Spermien ausgewählt, und für jede Eizelle wird ein einzelnes bewegliches Spermium verwendet. Das Verfahren kann bei allen reifen Eizellen angewendet werden.
Da Befruchtung und gesunde Embryonalentwicklung von genetischen Faktoren beeinflusst werden, empfehlen wir dem Paar vor einer ICSI eine genetische Untersuchung (Karyotyp).
Ablauf
Der wesentliche Unterschied zur klassischen IVF liegt in der Behandlung von Eizellen und Spermien im Labor. Stimulation, Eizellentnahme, Spermiengewinnung und Embryotransfer verlaufen wie bei der klassischen IVF.
Bei der ICSI werden die Eizellen kurz in Hyaluronidase gelegt, um die umgebenden Granulosazellen zu entfernen, während die Spermien so aufbereitet werden, dass die Akrosomreaktion stattfindet. Dann wird die Eizelle mit dem Polkörperchen in 6- oder 12-Uhr-Position gehalten und eine feine Mikronadel mit dem Spermium in die Eizelle eingeführt.
Nach der Injektion verbleibt die Eizelle in einem speziellen Kulturmedium im Brutschrank unter kontrollierten Bedingungen (Temperatur, pH-Wert, CO₂), genau wie bei der IVF.
Innerhalb von 48–72 Stunden kann das IVF-Labor feststellen, ob sich Embryonen entwickelt haben und für den Transfer geeignet sind.
Erfolgsraten
Mit ICSI liegt die Befruchtungsrate reifer Eizellen in unserem Labor bei 97 % und damit höher als bei der klassischen Befruchtung, selbst bei eingeschränkter Spermienqualität.
Risiken
Die Risiken entsprechen denen einer klassischen IVF.
Medizinische Inhalte vom Team der Fertility Clinic